Das ist ein Film den ich da gesehen habe, der mich über drei Stunden an den Kinostuhl gefesselt hat. Die Geschichte des indischen Moguln Akbar und seiner Frau Jodhaa (die aber eigentlich anders geheißen hat, wie auch unter dem Link nachzulesen ist).
Ich habe ja vorher von Akbar noch nie was gehört - aber irgendwie steht indische Geschichte nicht wirklich auf unseren Lehrplänen. Aber anscheinend war er nicht gerade unrelevant (sowohl was die Ausbreitung des Reiches betrifft als auch, bezüglich der Förderung der Künste und der Versöhnung zwischen Islam und Hinduismus - wenn auch letzteres mehr als umstritten ist).
Der Film selber ist ein Historienschinke erster Güte. Beeindruckende Schlachtszenen zu Beginn, dann eine wunderschöne kitschige Liebesgeschichte, tolle Aufnahmen und ein bisschen Bollywoodfeeling mit Gesang und Tanz kommt auch noch dazu. Ein Genuss - vor allem, wenn man am nächsten Tag nicht allzu früh aufstehen muss - dann geht man nachher noch auf ein Bierchen und schwelgt im Indienfeeling...
Während Salzburg gegen seinen UEFA Qualifikationsgegner Bananz Eriwan gerade ein Tor nach dem anderen schießt, bin ich noch immer baff, dass dieses Spiel überhaupt stattfindet. Vier schlüsselspieler der Mannschaft haben nämlich kein Visum bekommen. Das ist doch eindeutig wettbewerbsverzerrend - lassen wir jetzt keine Sportler mehr einreisen, damit wir die Spiele gewinnen, oder was? Komisch nur, dass in diesem Fall die deutsche Botschaft in Armenien schuld zu sein scheint.
Schon vor kurzer Zeit mussten hier in Salzburg Konzerte von afrikanischen Gruppen (von denen eine mit Björk eine Platte aufgenommen hat, und schon einmal für den Grammy nominiert war) abgesagt werden, weil diese keine Visa bekamen.
Auch wenn ich die Einschränkung der Reisefreiheit grundsätzlich für verwerflich halte, ist damit wieder ein neuer trauriger Höhepunkt erreicht. Man möchte sich wünschen, dass die UEFA beschließt derartige Spiele außerhalb von Schengen abzuhalten, oder dass sich namhafte westeuropäische Musiker weigern bei den Salzburger Festspielen aufzutreten. Nur leider wird dies aufgrund bestehender Machtverhältnisse und finanzieller Implikationen nicht stattfinden.
Politik in Österreich zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, dass ein Politiker (und Politikerinnen möchte ich da gar nicht ausnehmen) an der Arbeit der anderen Parteien kein gutes Haar lässt. Es ist wie ein Reflex - bei jedem Gesetzesvorschlag reagiert die Opposition gebetsmühlenartig und verdammt alles was daher kommt - vernünftige Argumente oder gar differenzierte Diskussionen sind da nicht vorgesehen. Auch innerhalb der gerade zuende gehenden Koalition war das nicht anders.
Umso mehr überrascht es, wenn ein ÖVPler, noch dazu knappe drei Monate vor der kommenden Wahl die Bildungsministerin der gegnerischen Partei lobt und sogar vorschlägt diese auch ohne die SPÖ zur Bildungsministerin zu küren (siehe hier). Was hat er sich dabei wohl gedacht. In die Wahlkampftaktik seiner Partei wird das wohl nicht passen.
Während im Hintergrund "Geboren am 4. Juli läuft....
Beim Lesen eines netten Blogs bin ich über diesen Post zum amerikanischen Unabhängigkeitstag gestoßen, und habe mich dabei an dieses uralte Lied von Franz Josef Degenhardt erinnert. Natürlich atmet dieser Text die ganze Diskussion der 1970er Jahre. Trotzdem hat er immer noch etwas - wie ich finde. In den Kommentaren dort habe ich sogar den Versuch einer englischen Version hinterlassen
Ja, es ist die Sprache der Mörder
(Franz Josef Degenhardt)
Ja,
das ist die Sprache der Mörder,
die in fliegenden Festungen
bei Kaffee
Coca
Country- und Rockmusik
von ihren Mädchen sprechen
über Haiphong
oder irgendwo über Laos,
Kambodscha
und wer weiß wo noch bald
den Knopf drücken,
okay sagen.
Aber es ist auch die Sprache
von Angela Davis
und Charlie Parker
und Luther King
und von Millionen,
die schreien
und sprachlos schweigen,
die Sprache der Lieder,
die wir gern hören.
Bei aller Wut -
Vergeßt das nicht.
Bis auf das Finalspiel, waren ja die Ergebnisse der letzten Woche nicht nach meinem Geschmack - aber heute hat mit Spanien die richtige Mannschaft mehr als verdient gewonnen. Mit dem 1:0 waren die Deutschen noch gut bedient.
Das schönste an der letzten Fussballwoche war ja fast der Ladies Day, als am spielfreien Dienstag Sesseln auf der Fanzone aufgestellt wurden, und die wenigen Besucher sich bei einem lauen Abendlüftchen und Gratis Prosecco für die Damen (und auch sonst deutlich günstigeren Preisen) den wunderbaren Film "wer früher stirbt, ist länger tot" anschauen durften.
Die deutschen Fans waren heute nachmittag noch sehr laut (jetzt hört man sie zum Glück nicht wirklich). Das blöde bei den Deutschen ist halt, dass man man die Schlachtgesänge auch noch versteht ("Wenn wir verlieren, werden wir euer Salzburg demolieren" - war noch von der harmlosen Sorte).
Die Straßenmusik hat sich zwar noch redlich bemüht -musste aber schlussendlich das Feld räumen.
Einerseits ist es schade, dass dieses spannende Spektakel nun vorbei ist. Andererseits bin ich froh, wieder ruhigere Nächte zu haben -und das Festspielpublikum ist ja bekanntermaßen weitaus ruhiger.
Vor knapp zehn Jahren habe ich mit viel Begeisterung und Anteilnahme das Buch gelesen, und war sehr neugierig auf den Film, der mir durch sehr wohlwollende Rezensionen schmackhaft gemacht worden ist. "Into the Wild" - die Geschichte eines sinn- und wahrheitssuchenden jungen Mannes - ein Idealist und Träumer, der sein Geld herschenkt um zwei Jahre lang quer durch die USA zu trampen, immer auf der Suche nach dem Leben, nach neuen Erfahrungen, der immer noch ein bisschen mehr will - das Schicksal so lange herausfordert bis es ihn einholt. Der Versuch längere Zeit allein in der Wildnis Alaskas zu leben, scheitert schlussendlich - wie der Autor des Buches allerdings anmerkt an wenigen "scheinbar belanglosen Schnitzern".
Der Film wirkt in mehrfacher Hinsicht. Da sind einmal die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, von all den Gegenden, in denen der junge Mann sich herumgetrieben hat. Das Buch ist insgesamt gut zusammengefasst - soweit ich das in Erinnerung habe (jetzt lese ich es gerade zum zweiten Mal, und bin schon neugierig auf die Details). Und dann ist da noch die Musik, die mich überaus gefangen hat. So schön und so traurig. Da sieht man über den wenigen Kitsch gerne hinweg.
Es ist interessant. Vor zehn Jahren habe ich dieses Buch mit einer Mischung aus Bewunderung und gleichzeitig starker Verwunderung über soviel Naivität, Leichtsinnigkeit, Weltferne und Idealismus. Jetzt doch einige Jahre später und dementsprechend älter, wundere ich mich auch noch habe aber irgendwie viel mehr Verständnis und es löst bei mir fast stärkere Gefühle aus. Schleicht sich da eine Midlifecrisis auf leisen Sohlen heran?
Hier aber nun Ausschnitte aus der Musik:
Eddie Vedder: Society
It's a mistery to me
we have a greed
with which we have agreed
You think you have to want
more than you need
until you have it all you won't be free
society, you're a crazy breed
I hope you're not lonely without me
When you want more than you have
you think you need
and when you think more than you want
your thoughts begin to bleed
I think I need to find a bigger place
'cos when you have more than you think
you need more space
society, you're a crazy breed
I hope you're not lonely without me
society, crazy and deep
I hope you're not lonely without me
there's those thinking more or less less is more
but if less is more how you're keeping score?
Means for every point you make
your level drops
kinda like its starting from the top
you can't do that...
society, you're a crazy breed
I hope you're not lonely without me
society, crazy and deep
I hope you're not lonely without me
society, have mercy on me
I hope you're not angry if I disagree
society, crazy and deep
I hope you're not lonely without me
Eddie Vedder - Guaranteed
On bended knee is no way to be free
Lifting up an empty cup I ask silently
That all my destinations will accept the one that's me
So I can breathe
Circles they grow and they swallow people whole
Half their lives they say goodnight to wives they'll never know
Got a mind full of questions and a teacher in my soul
And so it goes
Don't come closer or I'll have to go
Owning me like gravity are places that pull
If ever there was someone to keep me at home
It would be you
Everyone I come across in cages they bought
They think of me and my wandering but I'm never what they thought
Got my indignation but I'm pure in all my thoughts
I'm alive
Wind i my hair I feel part of everywhere
Underneath my being is a road that disappeared
Late at night I hear the trees they're singing with the dead
Overhead
Leave it to me as I find a way to be
Consider me a satellite forever orbiting
I knew all the rules but the rules did not know me
Guaranteed
Also erstens gebe ich Pezwo vollkommen recht. Das Cordobaspiel jetzt auch noch als DVD zu vertreiben ist oberpeinlich. Die Glorifizierung eines Spieles, das über 30 Jahre her ist. Wohl damit es wenigstens irgendwas zu feiern gibt.
Zweitens meinte mein Kollege aus Deutschland heute, der Heimvorteil der Österreicher sei nicht zu unterschätzen. Wer allerdings einen Blick auf die österreichischen Gruppengegner wirft, merkt, dass dieser Heimvorteil im Stadion womöglich nicht wirklich schlagend wirkt. Sowohl Deutsche als auch Polen und Kroaten gibt es ja in Wien aufgrund zahlreicher Migrationsbewegungen zur Genüge. Zahlen dazu kann man hier oder hier einsehen. Nun - um die Stimmung im Stadium und auf den Straßen brauchen wir uns wohl keine Sorgen zu machen, welche Nationalitäten sicher aber besser bemerkbar machen, das ist wohl noch offen.
Und drittens gibt es derzeit typisch österreichisch, ganz viele Hinweise über die Verbindungen von Fußball und Kultur. Da durfte ich am Montag eine Reportage sehen, wie die einzelnen Austragungsstädte kulturell mit dem baldigen Großereignis umgehen. Ausstellungen und Theaterstücke wurden präsentiert - mit einer Ausnahme. Für Salzburg wurde nur angemerkt, dass sich Fußball und Kultur nicht in die Quere kommen, da ja die Festspiele erst im August sind. So stellt man sich die bornierten Salzburger vor. Nicht schön, wenn die Vorurteile bestätigt werden. Dazu passt auch wunderbar dass Wendelin Schmidt-Dengler in der heutigen Ö1 Gespräch, auf die bürgerliche Protestbewegung gegen den Bau des Stadions neben Schloss Klessheim. Und damit ich selber auch noch in den Kanon einstimme: Ich glaube mir sind die Festspiele auch lieber als die Public Viewing Zonen in der Altstadt. Die werden nämlich meine Schlafaktivitäten in meiner hübschen Altstadtwohnung, womöglich ziemlich zum Erliegen bringen in den nächsten Wochen.
Von einer durchaus spannenden Podiumsdiskussion bin ich vorhin nach Hause gekommen - zum Thema das "Ende der Privatheit" - über unsere Daten im Internet. Der Freiraum im Internet - so hieß es da zum Beispiel - müsse auch als solcher gestaltet werden, und nicht nur wildgewordenen Datensammlern überlassen werden oder dass wir lernen müssen die Spielregeln der realen Welt auch an die virtuelle Welt anzupassen.
Immer mehr Menschen nehmen den Verlust der Privatheit auch gerne in Kauf. Wir wollen die technischen Neuerungen haben weil sie cool sind, oder weil alle sie haben - sozialer Druck und Hedonismus - das hat schon Huxlex (Brave new world) gewusst. Und die Privatheit wird immer mehr zum Luxusgut. Immer mehr Dienstleistungen, gibt günstiger nur mit irgendeiner Card, die alle Zahlungen aufzeichnet.
Witzig auch die Diskussion über die fehlende Sensibilisierung der Öffentlichkeit - da soll doch der ORF eine Kampagne starten, meinte eine Teilnehmerin aus dem Publikum. Doch wer hat die Verantwortung die Öffentlichkeit aufzuklären - der Staat? Dieser Staat, der so viele , sagen wir, eigenartige Datensammlungen erst ermöglicht? Doch es stimmt - die vielgerühmte Medienkompetenz muss in diesem Bereich sicher erweitert werden.
Die netten Informationen am Rande: Jede öffentliche Kamera muss von der Datenschutzkommission genehmigt werden - UND - jedeR kann Auskunft verlangen über die Daten die über einen/r gesammelt werden. Meiner subversive Ader fallen da so einige Sachen ein...
Hierzulande wird gerade eine Herabsetzung der Studiengebühren für Teilzeitstudierende diskutiert. Wobei weniger über das wie und was, sondern in erster Linie gestritten wird wer denn das bezahlen soll. Zu keiner Zeit werden aber Zahlen genannt, wieviele Studierende gibt es denn, die in eine solche Regelung fallen könnten. Das ist natürlich nicht einfach festzulegen. Geht es um diejenigen, die neben dem Studium ein bisschen dazuverdienen, oder um diejenigen, die keine Unterstützung bekommen, und deshalb arbeiten gehen müssen - ab wieviel Arbeit wird die Grenze gezogen, und wie schaut es mit Menschen aus, die aus anderen Gründen nicht Vollzeit studieren können oder wollen (z.B. familiäre Verpflichtungen). Ehrlich gesagt, sehe ich keine vernünftige Grenze, die gezogen werden kann, wenn man die Arbeitsleistung außerhalb des Studiums heranzieht. Es geht eigentlich nur, wenn man die Anspruchnahme von universitären Leistungen berücksichtig. D.h. zum Beispiel, dass man in einem Semester nur die Hälfte der lt. Studienplan vorgesehenen Lehrveranstaltungen besucht und wer zu fleißig ist - muss nachzahlen, hähä.
Damit (und auch sonst eigentlich)erübrigt sich eigentlich auch die Frage wer zahlt, weil diese Personen ja auch doppelt so lange studieren. Damit zahlen sie längerfristig gesehen genau so viel. Jetzt ist es eine krasse Benachteiligung, weil Teilzeitstudierende durch die lange Studiendauer, viel mehr bezahlen als Vollzeitstudierende.
Als ersten Schritt würde ich mir also von Seitens des Ministeriums eine vernünftige Abschätzung wünschen, um wieviele Studierende es eigentlich geht (wieviele absolvieren z.B. ein einem Semester unter 50% der vorgesehenen Lehrveranstaltungen?) und auch eine Abschätzung, ob ein solches Modell vielleicht weitere Studierende an die Uni bringt. Darüber redet nämlich auch niemand.
Zahlreiche Artikel zu dem Thema gibt es übrigens hier nachzulesen.