Der Link ist interessant, auch wenn ich ihn nicht ganz gelesen habe.
Ich sehe es etwas anders als du: Bei Parlamentswahlen ist der Einfluss der Wähler einigermassen gross. Vor allem jetzt, da die Zauberformel gesprengt wurde hat die Zusammensetzung des Parlamentes einen recht grossen Einfluss auf die Zusammensetzung des Bundesrates. Dass dort seit vier Jahren ein konservativerer Wind weht ist deutlich spürbar.
Bei Abstimmungen hingegen - wenn ich mal von mir auf andere schliessen darf - kommt es leicht zu einer Überforderung der StimmbürgerInnen, sowohl mengenmässig als auch inhaltlich.
Wir haben pro Jahr drei bis vier Abstimmungstermine an denen jeweils auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene über bis zu vier Vorlagen entschieden wird. Falls ich nicht schon vor der schieren Menge an Informationen resigniere und seriös versuche, mir eine eigene Meinung zu bilden, komme ich fast bei jedem Thema an einen Punkt, wo mir eine eindeutige Entscheidung dafür oder dagegen nicht mehr möglich ist. Sei es, weil ich merke, dass ich dazu noch viel mehr Informationen bräuchte, sei es, weil sich die Informationen von unterschiedlichen Seiten diametral widersprechen oder weil ich irgendwann finde, dass sowohl die Pro- wie auch die Kontraseite ihre gewichtigen Argumente für sich hat.
Mir bleiben dann oft nur zwei Wege: Entweder richte ich mich nach den Abstimmungsparolen von Parteien und anderen Organisationen oder - und das halte ich oft für ehrlicher - ich enthalte mich der Stimme.
teilweise kann ich deine argumentation nachvollziehen - vor allem die überbordenden Informationen und das "zuviel" an abstimmungen. und dann gibt es ja auch noch die abstimmungen, die ich für zutiefst menschenfeindlich halte (damit meine ich das abstimmen über einbürgerungen auf lokaler ebene). trotzdem ist ja gerade in einer konkordanzdemokratie das abstimmen über vorlagen noch eine viel gewichtigere möglichkeit änderungen zu bewirken (da egal ob zauberformel oder nicht, ja doch die vier großen Parteien im Bundesrat vertreten sind).
Das mit dem Enthalten funktioniert wahrscheinlich am besten, wenn man wenig betroffen ist. trotzdem bin ich überrrascht, wenn man die entscheidung dann anderen überlässt, die sich ja zumeist auch nicht besser auskennen.
irgendwo habe ich auch das etwas seltsame argument gesehen, dass das Sinken der wahlbeteiligung in der Schweiz mit der einführung des frauenwahlrechts einhergeht
Was ich noch ergänzen möchte: Ich wollte nicht gegen das Abstimmen argumentieren, sondern beschreiben, wie ich dabei funktioniere. Ich versuche trotzdem immer wieder, mich so seriös wie möglich zu beteiligen.
Einen Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und Frauenstimmrecht kenne ich nicht. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Schweizer Frauen eine tiefere Stimmbeteiligung haben als Männer.
Oh! Da habe ich mich anscheinend in getäuscht in den Schweizer Frauen.
Was weiss ich, wie wir hier ticken! Männer wie Frauen. Ich werde unser Verhalten wohl nie verstehen, das haben diese Wahlen wieder einmal gezeigt.
Ich sehe es etwas anders als du: Bei Parlamentswahlen ist der Einfluss der Wähler einigermassen gross. Vor allem jetzt, da die Zauberformel gesprengt wurde hat die Zusammensetzung des Parlamentes einen recht grossen Einfluss auf die Zusammensetzung des Bundesrates. Dass dort seit vier Jahren ein konservativerer Wind weht ist deutlich spürbar.
Bei Abstimmungen hingegen - wenn ich mal von mir auf andere schliessen darf - kommt es leicht zu einer Überforderung der StimmbürgerInnen, sowohl mengenmässig als auch inhaltlich.
Wir haben pro Jahr drei bis vier Abstimmungstermine an denen jeweils auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene über bis zu vier Vorlagen entschieden wird. Falls ich nicht schon vor der schieren Menge an Informationen resigniere und seriös versuche, mir eine eigene Meinung zu bilden, komme ich fast bei jedem Thema an einen Punkt, wo mir eine eindeutige Entscheidung dafür oder dagegen nicht mehr möglich ist. Sei es, weil ich merke, dass ich dazu noch viel mehr Informationen bräuchte, sei es, weil sich die Informationen von unterschiedlichen Seiten diametral widersprechen oder weil ich irgendwann finde, dass sowohl die Pro- wie auch die Kontraseite ihre gewichtigen Argumente für sich hat.
Mir bleiben dann oft nur zwei Wege: Entweder richte ich mich nach den Abstimmungsparolen von Parteien und anderen Organisationen oder - und das halte ich oft für ehrlicher - ich enthalte mich der Stimme.
teilweise kann ich deine argumentation nachvollziehen - vor allem die überbordenden Informationen und das "zuviel" an abstimmungen. und dann gibt es ja auch noch die abstimmungen, die ich für zutiefst menschenfeindlich halte (damit meine ich das abstimmen über einbürgerungen auf lokaler ebene). trotzdem ist ja gerade in einer konkordanzdemokratie das abstimmen über vorlagen noch eine viel gewichtigere möglichkeit änderungen zu bewirken (da egal ob zauberformel oder nicht, ja doch die vier großen Parteien im Bundesrat vertreten sind).
Das mit dem Enthalten funktioniert wahrscheinlich am besten, wenn man wenig betroffen ist. trotzdem bin ich überrrascht, wenn man die entscheidung dann anderen überlässt, die sich ja zumeist auch nicht besser auskennen.
irgendwo habe ich auch das etwas seltsame argument gesehen, dass das Sinken der wahlbeteiligung in der Schweiz mit der einführung des frauenwahlrechts einhergeht
Einen Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und Frauenstimmrecht kenne ich nicht. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Schweizer Frauen eine tiefere Stimmbeteiligung haben als Männer.
Zum Thema Frauenstimmrecht und Wahlbeteiligung siehe hier
Was weiss ich, wie wir hier ticken! Männer wie Frauen. Ich werde unser Verhalten wohl nie verstehen, das haben diese Wahlen wieder einmal gezeigt.
andererseits kann ich mir gar nicht vorstellen - dass eine Frauengeneration vor mir ohne Wahlrecht aufgewachsen ist....
und es geht einer oft nach wahlen so, dass man das verhalten der landsleute nicht wirklich verstehen kann ;-)