Gesehen, Gelesen, Gehört

Sonntag, 14. März 2010

Wort zum Sonntag

Das habe ich heute in meiner Lektüre gefunden und erklärt doch einiges zur aktuellen Situation der katholischen Kirche....

Als ich ein Kind war, wie ein Kind sprach und kindliche Gedanken hatte [...], war das Evangelium eine Liebesbotschaft, und alle Liebe war teils geboten, teils verboten. Das schuf die Verlockung die explosiv war und daher tödlich. Die Liebe und der Tod waren verknüpft, wir konnten uns nicht befreien. Alle sprachen von der Liebe, doch niemand erklärte sie. Sie war auch die größte Sünde.

Aus: Per Olov Enquist, Das Buch von Blanche und Marie
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Donnerstag, 4. März 2010

Steinzeitliteratur

Die Steinzeit fasziniert mich ja schon länger. Hier habe ich auch schon einmal über ein spannendes Fernsehexperiment geschrieben. Und es gibt auch einige Romane, die in der Steinzeit spielen. Ein paar davon habe ich im letzten Jahr gelesen - siehe Beschreibungen unten. Ein bisschen kommen mir die Steinzeitromane immer wie Science Fiction vor. Dadurch, dass wir so wenig über diese Zeit wissen, können die Autorinnen sehr viel erfinden und spiegeln dadurch auf die eine oder andere Art ihre eigene Lebens- und Gedankenwelt wieder. Die Darstellung des Archaischen, die Frage wie der Mensch sich als solcher entwickelt hat, fasziniert mich jedenfalls immer wieder aufs Neue, und ich werde sicher noch weitere Bücher, die in dieser Zeit spielen, lesen.

3548268897-01-_SY190_SCLZZZZZZZ_ Mein aktuelles Buch, welches mich zu diesem Eintrag anregt. Die Rabenfrau ist die Geschichte einer Vogelfrau einer Schamanin - Ravan - und ihres Gefährten Rovain am Ende der Frühsteinzeit rund um den Ausbruch des Laacher Vulkans in Unterfranken. Der Vulkanausbruch und die dadurch ausgelösten Wanderungsbewegungen der Sippe stellen aber eigentlich nur den Hintergrund für eine Geschichte des Geschlecherkampfes statt. Während zu Beginn des Buches eine eindeutig matriarchale Kultur vorherrscht entwickelt sich im Laufe der Ereignisse eine gleichberechtigtere Kultur, wobei am Schluss schon eine spätere männliche Vorherrschaft angedeutet ist.

3423120045-01-_SY190_SCLZZZZZZZ_Die Frau des Jägers (ein Buch das zumindestens in Deutsch nur antiquarisch erhältlich ist) zeigt eine ganz andere Gesellschaft (in Sibirien) und greift ein anderes Thema auf, das des Außenseiters in einer Gruppe. Somit kann dieses Buch auch als Parabel für den immer schwierigen Umgang mit Fremden gelesen werden. Diese Gesellschaft wird weitaus archaischer dargestellt (es spielt auch etwa 10.000 Jahre früher), und das schiere Überleben der Sippe steht an erster Stelle. Sehr gut zu lesen, die Autorin ist Anthropologin und weiß offensichtlich nicht nur worüber sie schreibt sondern zeigt auch eindeutig literarisches Talent.


aylaAyla und der Clan der Bären, das letzte von mir beschriebene Buch ist zwar von den hier vorgestellten das bekannteste, steht aber für mich eindeutig an letzter Stelle. Wir haben eine Art Überheldin vor uns, Ayla kann alles und gelingt alles, und sie ist überhaupt viel besser als die Gesellschaft von der sie aufgenommen wird. Ich habe dieses Buch ja interpretiert als eine Geschichte eines Kulturenzusammenpralls, zwischen Homo Sapiens und einer anderen Spezies Homo. Im Netz wurde mir das aber nirgends bestätigt und mittlerweile hat auch die genetische Forschung bestätigt, dass dass sich die unterschiedlichen Homo Gattungen (oder wie heisst das richtig?) nicht miteinander vermischt haben. Trotz aller Kritik, ein Pageturner ist es allemal, und es gibt zahlreiche Fortsetzungen....
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Montag, 9. November 2009

Uniproteste

Summary: The Austrian Universities are "burning" - the biggest student protests in over 20 years. This article is a short description about the movement, mainly its process.

Für Lesende aus dem Ausland: Dieser Eintrag beschäftigt sich mit den studentischen Protesten, die seit drei Wochen an österreichischen Universitäten stattfinden, einen massiven Bildungsdiskurs ausgelöst haben und die österreichische Innenpolitik ziemlich aufgerüttelt haben. Mehr dazu hier.


Ich war ja mehr als positiv überrascht - aus dem Urlaub heimkehrend zu hören, das Audimax der Uni Wien sei besetzt. Das ganze hat innerhalb kürzester Zeit eine beeindruckende Eigendynamik bekommen, woran moderne Technologien offensichtlich einen bedeutenden Anteil haben. Mich selber hat diese Bewegung enorm gerührt und dank der Übetragung durch Livestream aus dem Audimax habe ich in der letzten Woche auch sehr viel mitbekommen.Zum Forderungskatalog bitte hier lang

Und besonders schön - es findet nicht nur eine Mobilisierung sondern auch eine Sensibilisierung statt. Natürlich gibt es viele Verrückte, die sich am Plenum mehr oder weniger redegewandt selbst darstellen. Aber es kommt auch eine 16 Jährige aus einer sogenannnten bildungsfernen Schicht, die ihre eigene sehr berührende Pespektive auf Fragen der Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit einer teilweise verwunderten Zuhörerschaft präsentiert - obwohl sie eigentlich nur zur Party gekommen ist. Es werden Filme gezeigt über Asylfragen und Alltagsrassismus und es entspannen sich gute Diskussionen, wo von manchen auf eine sehr praktische Art und Weise festgestellt wird, warum auch eine studentische Bewegung nicht im luftleeren Raum agiert, warum Bildungspolitik grundsätzlich Gesellschaftspolitik ist und warum es oft schwierig bis unmöglich ist eine Grenze zwischen bildungspolitischen und sonstigen gesellschaftlichen Fragestellungen zu ziehen. Besonders schön und überraschend, dass dies zumindestens teilweise nicht in überholten plakativen Parolen von den üblichen Verdächtigen formuliert wird, sondern konkret und womöglich auch von den Leuten, die ohne Party vielleicht gar nicht auf die Uni gekommen wären.

Im Laufe der Zeit lässt sich natürlich auch eine gewisse Ermüdung feststellen, die Parolen werden mehr, während gleichzeitig immer weniger Leute über immer mehr Formalitäten diskutieren - was nach drei Wochen auch nicht verwunderlich ist. Einerseits treten klarerweise gewisse Ermüdungserscheinungen auf und andereseits lassen sich auch immer mehr Leute von mühsamen Entscheidungsfindungsprozessen abschrecken (ja, Basisdemokratie war noch nie einfach). Trotzdem es geht weiter, es wird diskutiert nicht nur auf den Universitäten sondern auch in Unternehmen, Schulen, Wirsthäusern und überhaupt fast überall...Das ist gut so. Weil es höchste Zeit wird, dass über Bildung auf breiter Basis diskutiert wird - über eine Bildung, die diesen Namen verdient, die nicht nur reines Wissen vermittelt, sondern anregt zum Denken, Handeln und Gestalten.

Hier noch zwei schöne Bericht aus dem Beginn die viel Stimmung einfangen (Bei mir selber haben sich noch einige weitere Ideen festgesetzt, ob ich es aber schaffe diese zu veröffentlich, steht, wie schon öfters wieder mal in den sternen).



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Mittwoch, 22. April 2009

Schöne Widersprüche

Gestern hatte ich einen eigenartigen Abend. Zuerst eine schöne, anstrengende Yogastunde, die mit einem wunderschönen Rilke Gedicht zum Thema Geduld endete. Danach ins Kino gesprintet - und über zwei Stunden über Che Guevaras Guerillakampf in Kuba gesehen - Che - el Argentino. Revolution und Geduld passen ja irgendwie nicht so gut zusammen - und so war dieser Abend auch irgendwie ein Revue passieren meiner eigenen Geschichte....

Bevor ich jetzt aber zum zweiten Teil des Films sprinte (der sich übrigens mit dem dramatischen endenden Guerillakampf Che´s in Bolivien beschäftigt) hier noch das Rilke Gedicht.

Man muß den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen – und
dann gebären ....

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
daß dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch !

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...

Man muß Geduld haben
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.


(Rainer Maria Rilke)
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Mittwoch, 4. Februar 2009

Lichterlabyrinth

Am Montag bin ich zufällig über das Lichterlabyrinth gestolpert. Sehr hübsche Sache, ein Labyrinth aus Kerzen untermalt mit sphärischer Musik. Da musste ich mich doch glatt zum ersten Mal an einem Film probieren:



Und ein paar Fotos habe ich dann auch noch gemacht.

09-02 020 (Medium)

09-02 026 (Medium)
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Montag, 12. Januar 2009

Rupien!Rupien! - Slumdog Millionaire

rupienrupien
Alle reden gerade über den Film Slumdog Millionaire, weil dieser bei den Golden Globes abgeräumt hat. Ich freue mich auch schon sehr darauf. Es ist eine tolle Story. Dieser Film hat aber auch eine sehr gute Buchvorlage, auf die ich hier hinweisen will. "Rupien!Rupien!" von Vikas Swarup.


Alleine die Grundidee rund um die Millionenshow ist bestechend. Ein indischer Bub aus den Slums, der schafft, was nicht sein darf. Er knackt die Millionenshow. Und im Laufe des Buches erfahren wir zu jeder Frage, die er beantworten konnte, warum er das gewusst hat. Eine spannende Geschichte reiht sich an die andere. Es ist schon einige Jahre her, aber ich weiß noch genau, dass es ein Genuß zum Lesen war. Und bevor ich mir den Film im Kino anschauen werde (was ich unbedingt vorhabe) würde ich gerne das Buch noch einmal lesen.
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Montag, 29. Dezember 2008

Sonnenspaziergang in der Kälte

Also Weihnachten in Wien ist gut und friedlich überstanden, und bevor ich zu Silvester wieder gegen Osten fahre verbringe ich noch ein paar gemütliche Tage in Salzburg. Heute z.B. wie so manche andere in der Sonne spazieren gegangen.

Winterlicht

Eiskranz

hohensalzburg
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Samstag, 20. Dezember 2008

Salzburger Festspiele und die Titelsucht

Zwischen den ganzen Fotos aus Thailand möchte ich heute ein Schmankerl einstellen, welches ich beim heurigen Karten bestellen entdeckt habe. Die Auswahl der Titel mit denen die p.T (im wörtlichen Sinne) Kundschaft angesprochen werden kann ist beträchtlich. Österreich wie es leibt und lebt!

Titelsucht2
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Montag, 17. November 2008

Kuriositäten von der Speisekarte

Am Flughafen von München gibt es eine Henkersmahlzeit (sogar unter 1€)

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Während in die Brüsseler Gastronomie noch etwas an ihren Deutschkenntnissen feilen könnte:

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Dienstag, 4. November 2008

Mein Wien

Edit: Fortsetzung gibt es mittlerweile bei der Fee. Etwaige Ähnlichkeiten sind gar nicht zufällig.

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