Der liebsten Freundin einzureden, morgen sei schon Feiertag - dabei ist er erst übermorgen. Ich war allerdings so überzeugt davon, dass sie mir das abgenommen hat - Sorry liebe Fee!
Wohnen in der Altstadt heißt auch, zu Silvester nicht zu Hause sein zu können. Da kam mir eine Einladung ins malerische Pielachtal gerade recht. Gemeinsam mit der liebsten Freundin, deren Partnerin, einer weiteren Freundin und zwei Hunden. Im Mittelpunkt des Geschehens: die zwei entzückenden Hunde, davon einer, der bei silvesterlichem und sonstigem Geknalle absolute Panikzustände bekommt. Eigentlich wollten wir ja einfach ein Fondue essen, und stundenlang tarockieren. Doch leider erwies sich die kuschelige Hütte als sehr knallintensiv, da genau vis-a-vis irgendjemand alle halben Stunden mehrere Ladungen Feuerwerk abfackeln musste. Während der eine Hund nicht mehr zum Bellen aufhören wollte, verkroch sich der andere - am ganzen Körper zitternd ins letzte Eck. Die beiden Frauchen, waren nur mehr mit Beruhigen beschäftigt und die Stimmung war im Eimer.
So wurde die Idee geboren bewaffnet mit heißen Glühwein und einem selbstgebastelten Heißluftballon, der unsere Wünsche ins neue Jahr hinausschicken sollte, irgendwohin in die Pampa zu fahren, möglichst weit weg von jeglichen Häusern und ergo Knallereien. Beim Wegfahren fällt schon schön Schnee. Ein abgeschiedenes Plätzchen haben wir uns ausgesucht. Doch leider kommen wir nicht hin, da sich die Straße als vollbeschneiter Güterweg entpuppt und wir ohne Ketten unterwegs sind. Also steigen wir aus, gehen einfach ein Stücken im dunklen Schneefall. Bald finden wir einen Platz um den Ballon steigen zu lassen - nur leider haben wir an der Konstruktion nicht genug gefeilt, der Ballon geht in Flammen auf, bevor er zum Fliegen - äh fahren heisst das bei Ballons - anfängt.
Übrig bleibt ein brennender Anzündewürfel, um den wir uns versammeln und Glühwein und Punsch trinken (nachdem alle Beteiligten noch einmal winterfest eingepackt wurden). Und dann geht es ganz schnell - auf einmal wird das Geknalle lauter, Autos fahren durch die Gegend und links und rechts von uns wird nur mehr geknallt. Sogar den Donauwalzer höre ich leise aus einem fernen Autoradio, während rundherum der Himmel und die verschneite Landschaft in allen möglichen Farben im Geknalle leuchtet. Während ich die Situation skurril und auch irgendwie schön finde, bleibt doch ein starkes Mitgefühl für die armen Hundebesitzerinnen, die am Boden kauern und ihre verängstigten Hunde festhalten.
Was bleibt ist ein Silvester der anderen Art und die Erkenntnis, dass Hundebesitzer es nicht leicht haben, weil auch ein ruhiges Tal für ein paar Stunden nur aus Geknalle besteht. Hier besteht eindeutig eine Marktlücke: Sollte sich ein Tal entschließen können, über Silvester ein Feuerwerkverbot zu erlassen, kann es mit dem Ansturm von zahlreichen Hundemamis und Hundepapis rechnen.
Weihnachten war angenehm, gemütlich und unaufgeregt. Nette kleine Geschenke, ein gutes Essen und massenhaft Schwarztee. So bin ich dann sehr und munter und ausgesprochen nüchtern gegen 23h zum Treffen mit lieben Menschen gegangen. Nur dass die natürlich schon viel früher zum Trinken angefangen haben, und wir dadurch etwas unterschiedliche Bewusstseinszustände hatten. Ich hab mich sogar verleiten lassen ein Bockbier zu trinken, um meinen "Rückstand" aufzuholen. Und so haben wir dann doch bis gegen 4h durchgeplaudert, bevor ich in mein Taxi nach Hause gestiegen bin.
Fertig - Klausur und Weihnachtsfeier - nur mehr müde und die Freude jetzt zwei Wochen nichts tun zu müssen (naja, ein paar Altlasten vom alten Job muss ich noch erledigen). Jetzt einmal Erleichterung und schlafen!
Heute - ein Betriebsausflug zum Punschstand - da gibt es einen Platz hier, wo immer andere NGOs und sonstige nicht-gewinnorientierte Organisationen ihren Punsch zum Verkauf anbieten. Das ist eine angenehme Sache, weil: erstens der Punsch für einen guten Zweck getrunken wird, man sich sogar ein bisschen aussuchen kann, wer gesponsort wird, und drittens die Getränke wirklich gut schmecken, wohl weil die Organisationen aus Geldgründen nicht auf Fertigmischungen zurückgreifen, sondern selbst mischen. So kam ich heute zu einem sehr wohlschmeckenden Amarettopunsch zu wohlfeilen 1,50.
Die dazugehörigen Gespräche waren durchaus tiefsinnig - über Globalisierung und Demokratie, Klimawandel und Landwirtschaft, Schönheit bei Männern und Frauen, Kinderwünsche und einiges mehr...
Zu Hause angekommen, stelle ich leider fest, dass ich im Schlafzimmer das Fenster offen gelassen habe - das wird eine etwas kühle Nacht - die mir vielleicht einen kühlen Kopf für die nächsten Tage beschert - die heiße Phase in der unsere Pläne zur Strategieentwicklung mit dem Vorstand diskutiert werden....
Gestern in der Früh ein Blick aus dem Fenster, und ich sehe etwas vollkommen Unerwartetes - der Himmel, so richtig blau. Das gab es hier schon seit Wochen nicht mehr. Darauf folgte ein sehr hübscher Spaziergang auf den Kapuzinerberg - hier ein paar Eindrücke:
Der Unsinn des Tages -nach Wien zum Mittagessen zu fahren, und dann gleich wieder zurück. Eigentlich wollten wir ja nach dem Mittagessen die Nachbesprechung mit den Pressemenschen machen (und noch eigentlicher eine Woche davor wie wir sowieso in Wien waren, aber da hatte unser Präsident keine Zeit). Und dann eröffnet uns unser Präsident auf der Türschwelle zum Restaurant, dass er am frühen Nachmittag schon den nächsten Termin hat. Das heisst also nur schnell beim Essen ein bisschen allgemein Nachbesprechen - und das war´s dann eigentlich auch schon - als ob ich nichts anderes zu tun hätte - und dafür schreibe ich 10 Stunden Arbeitszeit.....
Das Wochenende im Bergdorf hat mir wieder die Bedeutung von unterschiedlichen Lebenswelten verdeutlicht. Dort im Kaffeehaus wollte ich gemütlich Zeitschriften lesen zum Kaffee und fand zwei Stapel vor: der erste mit massenhaft Klatschzeitschriften - aktuelle und goldene Blätter und noch einige mehr gespickt mit Klatschmeldungen aus diversen unrelevanten Schlagerfamilien und Königshäusern. Daneben ein zweiter Stapel mit Unmengen an Autozeitschriften. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie ältere Paare in das Kaffeehaus, für jeden einen Stapel - und so vergeht der Nachmittag. Nur für mich war leider kein Lesestoff dabei. War das nicht schön, die Woche davor in Wien, als ich zwei Stunden im Kaffeehaus sitzen durfte und mich dabei mit viel Informationen aus diversen brauchbaren Tageszeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften reinziehen konnte.
Und dann die lokale Meldung des Tages: Hier wird ein Männerhort eröffnet. Ein Zelt, wo Frauen ihre Männer während der stressigen Weihnachtseinkäufe abgeben können und letztere einen ruhigen Nachmittag verbringen, während die Angetraute sich shoppingmäßig wegstresst. Das Ganze ist anscheinend so erfolgreich, dass es mittlerweile exportiert wird. Vielleicht wollen Frauen jedoch einen Ort, an dem sie sich vom Weihnachtsstress entspannen können. Ob sich dafür auch ein Sponsor findet?
Die wichtigsten Dinge für diese Woche konnte ich erledigen, und das hinterlässt ein gutes Gefühl. Trotzdem geht es mir ein bisschen eigenartig. Eine Begegnung aus der Vergangenheit rüttelt alte Zeiten auf und lässt mich wieder einmal Lebensentwürfe hinterfragen. Ich kann es einfach nicht lassen.
Viel zu viel Zeit verbringe ich vor dem Computer. Eine Ausgabe der Encyclopedia Britannica (die ich im Ramsch erstanden habe) und ein neues Programm, das ich in der Testversion habe, tun ihr übriges.
Morgen fahre ich für zwei Tage in die Berge. Lieber würde ich ja ein Wochenende zu Hause bleiben - aber ich glaube es wird mir guttun. Wieder einmal spazierengehen, in die Therme und den Studienkollegen treffen, der mich vor einem Jahr abgeworben hat. Und weniger vor dem Computer sitzen natürlich....
Wieder mal geht es kurz vor Jahresende rund. Vor Weihnachten habe ich noch einiges zu erledigen:
Da gibt es einmal unseren Strategieprozess, wo ich alle Recherchen zusammenfassen muss, und unsere Handlungsoptionen erarbeiten
Den Preis, den wir heuer zum ersten Mal verliehen haben, muss evaluiert werden
Auch die gesamte Konferenz muss evaluiert werden (Fragebögen codieren, eingeben, auswerten - das dazugehörige Statistikprogramm werde ich mir in der Probeversion downloaden (na gut mehr als zwei Wochen habe ich eh nicht Zeit
dazwischen noch massenhaft Termine: pressearbeit, Website usw.
Und zur Krönung gibt es in den letzten Tagen vor Weihnachten noch unsere interne Klausur, mit dem gesamten Vorstand
uff! Da muss doch glatt das gleiche Lied herhalten, wie vor einem Jahr. Geier Sturzflug
Mein Wiener Schlafzimmer ist nicht ganz so warm und für die paar Tage habe ich mir auch keinen dicken Pyjama mitgenommen. Ich schlafe also in den Schlafsack gekuschelt ein, im Gedanken, dass es schon gehen wird. In der Nacht wache ich dann auf, und hole mir eine Decke, um selig weiterzuschlafen - denke ich. In der Früh wache ich nämlich sehr überrascht ohne Decke auf. Ich habe also geträumt, dass ich mir die Decke hole - eine sinnvolle Tat, da ich so friedlich weitergeschlafen habe.
Während der November in all seiner Grauheit einen unrühmlichen Ende nähert, bin ich schon wieder am Sprung.
Da ich am Montag in Wien einen beruflichen Termin habe, fahre ich nun das Wochenende schon hin. Das wird eindeutiger Sozialstress, auf den ich mich natürlich freue, nur manchmal ganz kurz, wünsche ich mir einfach ein kuscheliges Wochenende zu Hause.
Über zehn Jahre habe ich in einer kleinen Wohnung in einem ein bisschen verruchten Bezirk gewohnt. Das Klo war indisch (jenseits des Ganges), alle Böden und Wände waren schief, der Abfluss der Dusche (als ich dann endlich eine hatte) hat nie wirklich funktioniert, und ähnliches.
Mit einer Portion Wehmut erinnere ich mich an diese Zeit zurück. Es waren durchaus aufregende und wilde Jahre. Studium, Engagement, viel unterwegs, einige Beziehungen und dazwischen zwei Katzen und sonst noch einiges was nicht salonfähig ist.
Aus Geldgründen habe ich mir damals auch einen Mitbewohner zugelegt. Ein netter Kerl, mit dem man immer Spass haben konnte. Gestern nun läuft mir genau dieser ehemalige Mitbewohner über den Weg, was doch überraschend ist -sind, da wir ja in Wien und nicht hier in der Provinz eine Wohnung geteilt haben. Aber nun ist er auch hier in dieser Stadt - warum auch immer. Aber das werde ich auch noch herausfinden: ca. zwei Stunden nach unserem Treffen hat er schon angerufen und gefragt, wann wir einen heben gehen (oh, je - wenn sich da nicht viel geändert hat, sollte ich mir den Folgetag vielleicht gleich freinehmen ;-)).
Und irgendwie gehen mir grad einige Dinge nicht aus dem Kopf. Während ich unter der Dusche stehe, erinnere ich mich zurück denke an unsere gemeinsame Zeit in der Wohnung, an seinen Nachfolger (mit dem ich leider nicht so gut ausgekommen bin) - und natürlich daran, wie das wohl sein wird, wenn wir uns nächste Woche nach so vielen Jahren auf ein Pläuschchen treffen. Spannend wieder einmal....
Der Verdienst gebührt ja Acqua - die mir dieses wunderschöne Lied in die Kommentare geschummelt hat - dort ist es wirklich nicht gut aufgehoben, deswegen hole ich es hier mal ans Tageslicht -
Es heisst also Scharlachrot und wird von Büne Huber interpretiert. Unter dem Berndeutschen Text gibt es dann den Versuch einer Wienerischen Fassung (hier noch einmal ein Danke an Acqua, die mir beim Übersetzen geholfen hat). Wer immer noch nichts versteht, möge sich vertrauensvoll an eine von uns beiden wenden - wir kennen uns jetzt aus mit dem Text. Mein erster Versuch einer Übersetzung aus dem Berndütschen ist übrigens über ein Jahr alt und ist hier zu finden.
Berndütsch
die isch ja filmryf
die szene i dere frytignacht
dr mond isch es wysses runds loch
& luegt glych zur wösch uus win I
hie bin I lang
viu z lang allei gsi
& ha fläsche ghöut
schtunge zeut i däm viu z grosse bett
& ha gseh
wie sech d wäut wacker dräit
...nume nid um mi...
& jitz bisch du cho
grad jitz
won I’s nümm hätti dänkt
& luegsch dry
wie wenn’s öppis schön z gwinne gäb
für di & für mi
im schlimmschte fall nume e nacht
I boue mir myni tröim uuf rund um di
& male se scharlachrot a
I brönne mir di name z mitts i mys härz
chönnt schwöre dass I ewig blybe we üs nüt
drzwüsche chunnt
Wienerisch
Die is jo fümreif
die szenerie in dera freitognocht
Da Mond is a waasses runds Loch
Und schaut genauso aus da Wäsch wiar i
I woar laung, vü z´lang alla
und hob in floschn g´stiert
Stunden zöht in dem vüü z´großen Bett
und hob g´sehn
Wie die wöt sie gscheit draht
nur ned um mi
Und jetzt bist du kumman
Grod jetzt
Wo i´s nimma docht hob
Und schaust drein
Ois obs wos scheens zum gwinnen gab
Fia di und fia mi
Im schlimmsten Foi nur a nocht
I bau ma meine traam rund uma di auf
Und moi se schoarlachrot au
I brenn ma dein nomen, mitten in´s herz
kunnt schweren, doss i ewig bleib, waunn uns nix
dazwischen kummt