Dienstag, 20. November 2007

Belgische Einheit (eine kleine Anmerkung)

Also - wer Nachrichten verfolgt, kann ja gerade mitbekommen, dass in Belgien gerade massiv die Einigkeit des Landes diskutiert wird. Aufhänger sind derzeit die Vororte von Brüssel, die gerade von immer mehr Französischsprechenden besiedelt werden, und das etwas labile Gleichgewicht ins Wanken bringen.

Am Sonntag gab es eine große Demo für die Einheit.(Übrigens: Standard Artikel habe ich keinen verlinken können, weil mir in der Linkzeile keine vernünftige URL angezeigt wird - wenn jemand weiss, wie das geht, bin ich für einen Hinweis dankbar). Und auch gestern konnte man noch überall Fahnen sehen, die aus dem Fenstern hingen - offensichtlich ein Statement zur belgischen Einheit - was ich ja OK finde - wir haben hier wirklich schon genug Länder.

Heute beim Bierchen sind wir dann draufgekommen, warum dieses Land eines bleiben sollte. Nehmen wir einen der wichtigsten Konsumgüter hierzulande: Schokolade. Wir müssen davon ausgehen, dass die Milch von fröhlichen und gesunden wallonischen Kühen kommt. Die Kakaobohnen hingegen, werden wohl übers Meer (also über Flandern) nach Belgien kommen. So gesehen ist die berühmte (und wirklich köstliche) belgische Schokolade also ein klares Zeichen für die belgische Einheit. Wer sich also zu keiner Meinung bezüglich der belgischen Einheit durchringen kann, wird sich dies vielleicht noch einmal überlegen, wenn das nächste Stück Schoki auf der Zunge zerschmilzt....
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Sonntag, 18. November 2007

Schreiben, Recherchieren - Wegfahren

Also - Herzkönig ist wirklich ein schöner Film, auch wenn ich ihn leider noch nie in der dreisprachigen Originalfassung gesehen habe. Aber auch so ist der Film sehr fein, weil er implizit darstellt, dass Krieg mindestens genau so verrückt ist, wie die Insassen einer Irrenanstalt. Ich habe auch schon bei einigen Programmkinos angeregt, den Film doch einmal zu spielen, doch wurde ich leider nie gehört damit.... (das war also mein zweiter Wikipediaartikel).

Um besser recherchieren zu können, habe ich mich ganz brav auch an der hiesigen Bibliothek angemeldet, nur leider dürfen "normale" BenutzerInnen (also nicht Studierende) nur Bücher in der Hauptbibliothek ausborgen und nicht in den oft viel interessanteren Fachbibliotheken.

Ansonsten gibt es nicht viel Neues, außer, dass der Wintereinbruch mich untertags immer müder werden lässt, während ich dann irgendwann kurz vor Mitternacht wieder munter werde - komische Sache.

Ach ja, und in zwei Stunden fahre ich beruflich für drei Tage nach Brüssel, um massenhaft Kooperationspartner und Sponsoren zu treffen.
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Mittwoch, 14. November 2007

Kugeln

Die Szenerie: Die Filiale einer großen Supermarktkette mitten in der Altstadt - kurz vor Ladenschluss - die Filiale brodelt. Mitten drinnen eine Gruppe von Touristen, die einen ganzen Einkaufswagen mit Mozartkugeln vollstopfen, und dann auch noch die Kassiererin belagern, weil sie die Rechnung nicht verstehen und es nicht schaffen, alleine ihre Säcke mit den Unmengen an Kugeln zu füllen. Die Freude der ausharrenden Einheimischen in der Warteschlange war endenwollend, während sich unsere Gäste wahrscheinlich unfreundlich behandelt fühlten...
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Dienstag, 13. November 2007

Bürokratie und verpasstes Treffen

Heute durfte ich eine bürokratische Stilblüte erleben. Eine Ministeriumsmitarbeiterin hat von mir Informationen erbeten, die sie benötigt, um das von uns erbetene Sitzungszimmer zu verakten (sic!)... Sachen gibts...

Gleichzeitig durfte ich heute feststellen, dass nächste Woche sowohl ich als auch meine Mutter (völlig unabhängig voneinander) in Brüssel sind und dass wir sogar beide im gleichen Hotel wohnen. Als wir uns schon freuen wollten, dass wir eventuell ein gemeinsames Frühstück einnehmen können (wir haben uns ja immerhin schon zwei Monate nicht gesehen) mussten wir leider feststellen, dass ich am Mittwoch Abend wieder zurückfliege und sie erst am Donnerstag in Brüssel ankommt. Ein netter Zufall mit einem etwas verhatschten Ausgang.... Knapp vorbei ist auch daneben
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Sonntag, 11. November 2007

Darf ich vorstellen

Erstens: Mein erster Artikel bei Wikipedia. Fast aufwändiger als die Recherche ist der Umgang mit der Syntax

Zweitens: Librarything - (siehe auch meine neue Bücherleiste) - da kann man nämlich auch fremdsprachige Bücher einstellen, und noch vieles mehr
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Samstag, 10. November 2007

Contergan

Ich kann mich noch erstaunlich gut erinnern. Ich war ein Kind und in den Medien gab es Reportagen über Contergangeschädigte. Gezeigt wurden junge Frauen und Männer, die versuchten ein möglichst normales Leben zu führen. Graziös hielten sie ihre Teetassen in den Zehen, sie absolvierten Berufsausbildungen und erkämpften sich ihren Platz in der Gesellschaft. Aufrüttelnde Bilder, die mich sehr bewegten.

Meine Mutter erklärte mir die Geschichte vom Contergan Skandal und ihre Folgeerscheinungen. Unklar war auch damals wie lange die Geschädigten denn überleben und welche Folgeschäden durch die "unnatürliche" Verwendung der Gliedmaßen entstehen würden.

Diese Woche wurde wieder eifrig über Contergan in Talkshows diskutiert, Reportagen und Fernsehfilme gezeigt. Offensichtlich ist, dass die Geschädigten durch die starke Inanspruchnahme der Gelenke oft sehr leiden, und dass es auch unklar ist, wer für die Kostenübernahme verantwortlich ist.

Wirklich überrascht hat mich jedoch die Tatsache, dass das Unternehmen, welches Contergan vertrieben hat, auch nach 40 Jahren, immer noch eine katastrophale Unternehmenskommunikation hat. Kein einziges Wort der Entschuldigung. Ja, ich weiss: da das Verfahren eingestellt wurde, sind sie juristisch gesehen nicht schuldig und eine Entschuldigung wäre das Eingeständnis einer Schuld. Aber trotzdem: sie hätten ja zumindestens die Verantwortung akzeptieren können, oder das Gespräch mit den Opfervereinen suchen können. Statt dessen, sind sie vor Gericht gegangen um die Ausstrahlung des Filmes zu verhindern, und haben dadurch der Thematik noch viel mehr Öffentlichkeit verschafft.

Das lässt mich doch wieder einmal an der Lernfähigkeit von Unternehmen zweifeln!
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Freitag, 9. November 2007

Idyllen (Forts.)

Da es in London unglaublich viele Menschen - oft sehr eng zusammengedrängt- gibt, benötigt man unbedingt kurze Auszeiten. Dazu haben die Londoner sich riesige Pärke (oje, ist das jetzt die richtige Mehrzahl?) angelegt, englische natürlich, also vergleichsweise naturbelassen. Da ich es aber wieder einmal anders als die anderen machen wollte, habe ich beschlossen, mir nach einem der vielen Märkte einen ausgiebigen Kanalspaziergang zu gönnen. In gelblichem bis violetten Novemberlicht, bin ich da über eine Stunde immer am Wasser entlang gegangen, um dann in Endeffekt in "Little Venice" anzukommen, wo es tatsächlich einige Leute gibt, die am Boot wohnen.

Regent Canal 3

Regent Canal 4

Regent Canal 2

Regent Canal 1
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Donnerstag, 8. November 2007

London - Camden Market

London bietet ja so viele Sightseeinmöglichkeiten, dass man gar nicht weiss wo man anfangen soll. Während andere sich den Tower, Madame Tussaud´s oder die St. Pauls Cathedral anschauen, wandere ich gerne stundenlang durch die Straßen und versuche ein Stückchen Stadtleben einzufangen.

Besonders nett ist das immer auf Märkten und London hat wirklich mehr als genug davon. Die schönsten Sachen gibt es auf der Brick Lane, der bunteste Markt ist jedoch der immer schicker werdende Camden Market. Und immer gibt es Unmengen an Essensständen mit günstigem Futter aus aller Welt - eine Augenweide...

Camden Market 2

Camden Market 2

Camden Market 1
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Mittwoch, 7. November 2007

Idyllen

Die viktorianischen Häuser sind wirklich entzückend zum Anschauen, reihenweise geht es so dahin. Nur leisten kann sich das offensichtlich niemand mehr. Die Wohnungspreise sind anscheinend so hoch, dass sich normale Angestellte diese nicht mehr leisten können.

Innen sind diese dann äußerst verwinkelt und der Gang in die Dusche kann zu einer kleinen Kletterpartie werden (wie ich in meinem sehr netten Hotel erfahren konnte)

Haus in London 1

Haus in London 2
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Dienstag, 6. November 2007

London ganz kurz...

Ich bin heute wohlbehalten und mit sehr wunden Füßen wieder zurückgekommen.

Die Stadt ist genial und gleichzeitig schrecklich anstrengend. Ich bin urviel herumgegangen, war auf vielen Märkten (und habe doch überraschend wenig gekauft) und habe einige Kaffees in der Sonne getrunken. Und doch - irgendwie hat diese Stadt etwas Irreales....

Mehr demnächst....
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Freitag, 2. November 2007

... und tschüss

Ich verzupfe mich für die nächsten Tage nach London wo für das Wochende Schönwetter und 17 Grad vorhergesagt sind....

Dienstag bin ich wieder da...
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Donnerstag, 1. November 2007

Hinter den Kulissen von Wikipedia

Uij - da habe ich was Neues entdeckt, wo man Unmengen an Zeit verbringen kann. Der Hintereingang zu Wikipedia sozusagen - das Autorenportal. Da habe ich die letzten Tage viel Zeit verbracht und sehr viel gelernt, wie einer meiner absoluten Favorites funktioniert.

Das ist eine ziemlich beeindruckende Sache - auch wenn der Tonfall oft etwas rauh ist. Eine richtige Organisation, mit relativ klaren Strukturen und Hierarchien. Und wenn man bedenkt, dass nur ein ganz verschwindender Teil der Wikipediabenutzer sich auch daran beteiligen, erkennt man dessen Bedeutung im Netz noch einmal mehr.

Für Unwissende ist das allerdings auch eine ziemliche Schlangengrube, weil das Regelwerk kompliziert und nicht immer auf den ersten Blick zugänglich ist. So habe ich mir gedacht ich probiere mich einmal an einer "eingeforderten" Übersetzung, und war prompt mit einem Löschantrag mit ziemlich harschen Postings konfrontiert.

Trotzdem könnte ich mir gut vorstellen in nächster Zeit da einiges beizutragen - sich mit bestimmten Themen vollkommen frei von ökonomischen Zwängen zu beschäftigen sagt mir eigentlich recht zu..... Mal sehen.
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Mittwoch, 31. Oktober 2007

Feiertagsklau

Habe ich gerade beim Stöbern auf Wikipedia entdeckt:

Im Jahr 2008 fällt der 1. Mai zum ersten Mal seit er ein Feiertag ist, auf Christi Himmelfahrt.

Skandal!
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(Nicht) endende Beziehungen

Über meinen Arbeitskollegen erhalte ich seit einiger Zeit immer wieder Einblicke in das Nicht-Funktionieren von Fernbeziehungen. Der aktuelle Stand: Das Paar hat sich seit drei Monaten nicht mehr gesehen, die Planung eines gemeinsamen Urlaubs (der dann abgesagt wurde) hat in einer ziemlichen Kettenreaktion zu einem ordentlichen Knatsch geführt.

Nun reden Sie zwar wieder, aber irgendwie scheint die Luft draussen zu sein. Schluss machen, tut aber auch keiner von den beiden. Auf Nachfragen meint mein Kollege, er will nicht Schluss machen, weil er dann leidet wie ein Schwein. Aber zusammen sein will er mit ihr anscheinend auch nicht mehr (bzw. er sieht keine Zukunft in der Beziehung).

Die habe ich schon gern, die Kerle, die es zwar nicht schaffen eine Beziehung zu beenden, aber auch nicht diese zu führen. Am Liebsten würde er warten bis er die nächste Freundin hat -

Ja es stimmt schon - Männer verabschieden sich innerlich, unternehmen aber nichts, bis die nächste am Horizont auftaucht.....
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Dienstag, 30. Oktober 2007

My accent

Ich weiss ja, dass ich nicht perfekt englisch spreche (auch wenn dies natürlich, wie bei vielen anderen so im Lebenslauf steht). Trotzdem war ich immer der Meinung, dass ich mich wacker schlage.

Nachdem ich in der Schule fast kein Englisch hatte, hat mich später mein damaliger Freund nahezu genötigt Englisch und nicht Privatrecht als Wahlfach zu nehmen (und er hatte natürlich recht). Später war ich auf zahlreichen internationalen Seminaren, habe über jedes Thema auf Englisch diskutiert, im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts auch auf Englisch publiziert, einige Vorträge gehalten und während des Postgraduate Studiums sogar drei Wochen in Kanada verbracht, wo natürlich der ganze Unterricht (inklusive Präsentationen und Seminararbeiten) nur auf Englisch war.

Ich war also immer der Meinung das passt alles ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich meistens mit Leuten zu tun hatte, deren Muttersprache auch nicht Englisch ist (eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit).

Im neuen Job hat sich das alles ein bisschen verschoben. Nicht nur dass meine zwei Kollegen längere Zeit in London studiert haben, nein ich habe auch noch mit urvielen Native Speakers zu tun, die auf einmal nicht mehr so leicht zu verstehen sind.

Doch der Gipfel kam heute, als mir mein Gegenüber am Telefon unverblümt in den Hörer sagte: "Your accent is very hard to understand" und was sagt das brave Mädchen? Nein - nicht wie es angemessen gewesen wäre "Your´s too" , sondern nur "I am sorry" , worauf sie wieder meinte: "I know I´m terrible".

Daraufhin habe ich dann doch ein bisschen verschreckt angefangen nach Sprachferien für Erwachsene zu suchen....
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