Fertig - Klausur und Weihnachtsfeier - nur mehr müde und die Freude jetzt zwei Wochen nichts tun zu müssen (naja, ein paar Altlasten vom alten Job muss ich noch erledigen). Jetzt einmal Erleichterung und schlafen!
Heute - ein Betriebsausflug zum Punschstand - da gibt es einen Platz hier, wo immer andere NGOs und sonstige nicht-gewinnorientierte Organisationen ihren Punsch zum Verkauf anbieten. Das ist eine angenehme Sache, weil: erstens der Punsch für einen guten Zweck getrunken wird, man sich sogar ein bisschen aussuchen kann, wer gesponsort wird, und drittens die Getränke wirklich gut schmecken, wohl weil die Organisationen aus Geldgründen nicht auf Fertigmischungen zurückgreifen, sondern selbst mischen. So kam ich heute zu einem sehr wohlschmeckenden Amarettopunsch zu wohlfeilen 1,50.
Die dazugehörigen Gespräche waren durchaus tiefsinnig - über Globalisierung und Demokratie, Klimawandel und Landwirtschaft, Schönheit bei Männern und Frauen, Kinderwünsche und einiges mehr...
Zu Hause angekommen, stelle ich leider fest, dass ich im Schlafzimmer das Fenster offen gelassen habe - das wird eine etwas kühle Nacht - die mir vielleicht einen kühlen Kopf für die nächsten Tage beschert - die heiße Phase in der unsere Pläne zur Strategieentwicklung mit dem Vorstand diskutiert werden....
Gestern in der Früh ein Blick aus dem Fenster, und ich sehe etwas vollkommen Unerwartetes - der Himmel, so richtig blau. Das gab es hier schon seit Wochen nicht mehr. Darauf folgte ein sehr hübscher Spaziergang auf den Kapuzinerberg - hier ein paar Eindrücke:
Der Unsinn des Tages -nach Wien zum Mittagessen zu fahren, und dann gleich wieder zurück. Eigentlich wollten wir ja nach dem Mittagessen die Nachbesprechung mit den Pressemenschen machen (und noch eigentlicher eine Woche davor wie wir sowieso in Wien waren, aber da hatte unser Präsident keine Zeit). Und dann eröffnet uns unser Präsident auf der Türschwelle zum Restaurant, dass er am frühen Nachmittag schon den nächsten Termin hat. Das heisst also nur schnell beim Essen ein bisschen allgemein Nachbesprechen - und das war´s dann eigentlich auch schon - als ob ich nichts anderes zu tun hätte - und dafür schreibe ich 10 Stunden Arbeitszeit.....
Das Wochenende im Bergdorf hat mir wieder die Bedeutung von unterschiedlichen Lebenswelten verdeutlicht. Dort im Kaffeehaus wollte ich gemütlich Zeitschriften lesen zum Kaffee und fand zwei Stapel vor: der erste mit massenhaft Klatschzeitschriften - aktuelle und goldene Blätter und noch einige mehr gespickt mit Klatschmeldungen aus diversen unrelevanten Schlagerfamilien und Königshäusern. Daneben ein zweiter Stapel mit Unmengen an Autozeitschriften. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie ältere Paare in das Kaffeehaus, für jeden einen Stapel - und so vergeht der Nachmittag. Nur für mich war leider kein Lesestoff dabei. War das nicht schön, die Woche davor in Wien, als ich zwei Stunden im Kaffeehaus sitzen durfte und mich dabei mit viel Informationen aus diversen brauchbaren Tageszeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften reinziehen konnte.
Und dann die lokale Meldung des Tages: Hier wird ein Männerhort eröffnet. Ein Zelt, wo Frauen ihre Männer während der stressigen Weihnachtseinkäufe abgeben können und letztere einen ruhigen Nachmittag verbringen, während die Angetraute sich shoppingmäßig wegstresst. Das Ganze ist anscheinend so erfolgreich, dass es mittlerweile exportiert wird. Vielleicht wollen Frauen jedoch einen Ort, an dem sie sich vom Weihnachtsstress entspannen können. Ob sich dafür auch ein Sponsor findet?
Die wichtigsten Dinge für diese Woche konnte ich erledigen, und das hinterlässt ein gutes Gefühl. Trotzdem geht es mir ein bisschen eigenartig. Eine Begegnung aus der Vergangenheit rüttelt alte Zeiten auf und lässt mich wieder einmal Lebensentwürfe hinterfragen. Ich kann es einfach nicht lassen.
Viel zu viel Zeit verbringe ich vor dem Computer. Eine Ausgabe der Encyclopedia Britannica (die ich im Ramsch erstanden habe) und ein neues Programm, das ich in der Testversion habe, tun ihr übriges.
Morgen fahre ich für zwei Tage in die Berge. Lieber würde ich ja ein Wochenende zu Hause bleiben - aber ich glaube es wird mir guttun. Wieder einmal spazierengehen, in die Therme und den Studienkollegen treffen, der mich vor einem Jahr abgeworben hat. Und weniger vor dem Computer sitzen natürlich....
Wieder mal geht es kurz vor Jahresende rund. Vor Weihnachten habe ich noch einiges zu erledigen:
Da gibt es einmal unseren Strategieprozess, wo ich alle Recherchen zusammenfassen muss, und unsere Handlungsoptionen erarbeiten
Den Preis, den wir heuer zum ersten Mal verliehen haben, muss evaluiert werden
Auch die gesamte Konferenz muss evaluiert werden (Fragebögen codieren, eingeben, auswerten - das dazugehörige Statistikprogramm werde ich mir in der Probeversion downloaden (na gut mehr als zwei Wochen habe ich eh nicht Zeit
dazwischen noch massenhaft Termine: pressearbeit, Website usw.
Und zur Krönung gibt es in den letzten Tagen vor Weihnachten noch unsere interne Klausur, mit dem gesamten Vorstand
uff! Da muss doch glatt das gleiche Lied herhalten, wie vor einem Jahr. Geier Sturzflug
Mein Wiener Schlafzimmer ist nicht ganz so warm und für die paar Tage habe ich mir auch keinen dicken Pyjama mitgenommen. Ich schlafe also in den Schlafsack gekuschelt ein, im Gedanken, dass es schon gehen wird. In der Nacht wache ich dann auf, und hole mir eine Decke, um selig weiterzuschlafen - denke ich. In der Früh wache ich nämlich sehr überrascht ohne Decke auf. Ich habe also geträumt, dass ich mir die Decke hole - eine sinnvolle Tat, da ich so friedlich weitergeschlafen habe.
Während der November in all seiner Grauheit einen unrühmlichen Ende nähert, bin ich schon wieder am Sprung.
Da ich am Montag in Wien einen beruflichen Termin habe, fahre ich nun das Wochenende schon hin. Das wird eindeutiger Sozialstress, auf den ich mich natürlich freue, nur manchmal ganz kurz, wünsche ich mir einfach ein kuscheliges Wochenende zu Hause.
Über zehn Jahre habe ich in einer kleinen Wohnung in einem ein bisschen verruchten Bezirk gewohnt. Das Klo war indisch (jenseits des Ganges), alle Böden und Wände waren schief, der Abfluss der Dusche (als ich dann endlich eine hatte) hat nie wirklich funktioniert, und ähnliches.
Mit einer Portion Wehmut erinnere ich mich an diese Zeit zurück. Es waren durchaus aufregende und wilde Jahre. Studium, Engagement, viel unterwegs, einige Beziehungen und dazwischen zwei Katzen und sonst noch einiges was nicht salonfähig ist.
Aus Geldgründen habe ich mir damals auch einen Mitbewohner zugelegt. Ein netter Kerl, mit dem man immer Spass haben konnte. Gestern nun läuft mir genau dieser ehemalige Mitbewohner über den Weg, was doch überraschend ist -sind, da wir ja in Wien und nicht hier in der Provinz eine Wohnung geteilt haben. Aber nun ist er auch hier in dieser Stadt - warum auch immer. Aber das werde ich auch noch herausfinden: ca. zwei Stunden nach unserem Treffen hat er schon angerufen und gefragt, wann wir einen heben gehen (oh, je - wenn sich da nicht viel geändert hat, sollte ich mir den Folgetag vielleicht gleich freinehmen ;-)).
Und irgendwie gehen mir grad einige Dinge nicht aus dem Kopf. Während ich unter der Dusche stehe, erinnere ich mich zurück denke an unsere gemeinsame Zeit in der Wohnung, an seinen Nachfolger (mit dem ich leider nicht so gut ausgekommen bin) - und natürlich daran, wie das wohl sein wird, wenn wir uns nächste Woche nach so vielen Jahren auf ein Pläuschchen treffen. Spannend wieder einmal....
Der Verdienst gebührt ja Acqua - die mir dieses wunderschöne Lied in die Kommentare geschummelt hat - dort ist es wirklich nicht gut aufgehoben, deswegen hole ich es hier mal ans Tageslicht -
Es heisst also Scharlachrot und wird von Büne Huber interpretiert. Unter dem Berndeutschen Text gibt es dann den Versuch einer Wienerischen Fassung (hier noch einmal ein Danke an Acqua, die mir beim Übersetzen geholfen hat). Wer immer noch nichts versteht, möge sich vertrauensvoll an eine von uns beiden wenden - wir kennen uns jetzt aus mit dem Text. Mein erster Versuch einer Übersetzung aus dem Berndütschen ist übrigens über ein Jahr alt und ist hier zu finden.
Berndütsch
die isch ja filmryf
die szene i dere frytignacht
dr mond isch es wysses runds loch
& luegt glych zur wösch uus win I
hie bin I lang
viu z lang allei gsi
& ha fläsche ghöut
schtunge zeut i däm viu z grosse bett
& ha gseh
wie sech d wäut wacker dräit
...nume nid um mi...
& jitz bisch du cho
grad jitz
won I’s nümm hätti dänkt
& luegsch dry
wie wenn’s öppis schön z gwinne gäb
für di & für mi
im schlimmschte fall nume e nacht
I boue mir myni tröim uuf rund um di
& male se scharlachrot a
I brönne mir di name z mitts i mys härz
chönnt schwöre dass I ewig blybe we üs nüt
drzwüsche chunnt
Wienerisch
Die is jo fümreif
die szenerie in dera freitognocht
Da Mond is a waasses runds Loch
Und schaut genauso aus da Wäsch wiar i
I woar laung, vü z´lang alla
und hob in floschn g´stiert
Stunden zöht in dem vüü z´großen Bett
und hob g´sehn
Wie die wöt sie gscheit draht
nur ned um mi
Und jetzt bist du kumman
Grod jetzt
Wo i´s nimma docht hob
Und schaust drein
Ois obs wos scheens zum gwinnen gab
Fia di und fia mi
Im schlimmsten Foi nur a nocht
I bau ma meine traam rund uma di auf
Und moi se schoarlachrot au
I brenn ma dein nomen, mitten in´s herz
kunnt schweren, doss i ewig bleib, waunn uns nix
dazwischen kummt
10 deka Bauchspeck
2 Paar Debreziner (oder andere würzige Würste, die sich gut kochen lassen)
ein halbes Kilo Sauerkraut
Den Speck in kleine Würfel schneiden und in ein wenig Butter anbraten. Das Sauerkraut dazugeben und dünsten lassen. Dann mit ordentlich Wasser aufgießen. Wenn alles kocht, die in kleine Scheiben geschnittenen Debreziner dazugeben. Suppenwürfel nach Geschmack.
Gewürzt wird mit süssem und scharfem Paprika, Lorbeerblättern und Kümmel.
Und dann warten: die hungrigen Mäuler kommen bestimmt bald. Die Suppe wird auch mit jedem Aufwärmen besser.
Serviert wird sie mit einem guten Schwarzbrot und Sauerrahm
Ich fasse es nicht - Auch wenn die EU vorsieht, dass in Zukunft vier Stangen Zigaretten aus einem EU Land eingeführt werden dürfen, gibt es hierzulande wieder eine Extrawurscht.
Offiziell um die Kunden zu schützen, darf in Zukunft nur eine Stange eingeführt werden, sofern die Warnhinweise auf den Packungen nicht auf deutsch sind - vier Stangen also nur, wenn die Warnhinweise auf deutsch sind, damit wir hier im Ösiland die Warnungen auch verstehen. Ich sehe schon die tschechischen und ungarischen Tschickhersteller, beim Aufkleberdrucken....
Heute noch ein ruhiger Abend während im Hintergrund die neue Musicalshow läuft. Ab morgen geht es rund: zuerst kommt meine beste Freundin (zusammen mit einem frischem Hund) über das Wochenende zu Besuch. Und weil es sonst langweilig wird, hat auch noch meine kleine Schwester beschlossen zu kommen (die will eigentlich hauptsächlich ihren Freund treffen und Salzburg liegt genau in der Mitte zwischen den beiden).
Es ist ein kalter und nebliger Abend in München. Nach meiner Ankunft möchte ich eigentlich nur mehr schnell meinen Shuttle nach Hause erwischen und endlich wieder in meinem eigenen Bettchen schlummern. Beim Transfer Service muss ich leider erfahren, dass wir zwei Stunden warten müssen, da wir noch auf einen Mitfahrer warten. Nach einigem Grummeln setze ich mich ins letzte noch offene Kaffee und bestelle ein großes Bier. Lesen will ich nicht mehr, ich war jetzt schon lange genug unterwegs, bin müde und überhaupt. Also spreche ich einen Mitwartenden an. Ein nettes Gespräch ergibt sich - über arbeiten und urlauben, Kinder und Familie, Wohnungen-Häuser und Wohnorte und noch einiges mehr. Beim zweiten Bier stoßen wir auf das Du an und ein paar Stunden später sitzen wir dann im Bus und schlafen beide friedlich ein. Kurz vor der Ankunft - wir hocken beide ein bischen schlaftrunken herum, rücken wir auf einmal näher zusammen, unsere Hände finden sich, halten sich streicheln sich. Ein schöner Moment, mitten in der Nacht im Nebel. Wenige Minuten später steige ich aus, hinterlasse noch schnell meine Visitenkarte und falle erschöpft ins Bett. Dieser kurze Moment der Nähe jedoch, vom Vorabend, der begleitet mich heute noch den ganzen Tag - und es ist ein schönes Gefühl - auch wenn wir uns vielleicht nicht mehr sehen werden.